marshall!yeti

 


danke!Erwin


Der Dank gebührt in diesem Fall nicht dem niederösterreichischen Landeshauptmann, vielmehr dem Künstler Erwin Wurm. Seine One-Minute-Sculptures gaben die Initialzündung für ein künstlerisches Projekt fotografischer Eigen-Art. Die Herren Marshall & Yeti posieren in den Ateliers der Künstler: Dorthin treibt es sie, um Filmaufnahmen von der Künstlerschaft zu machen. Da nirgendwo geschrieben steht, dass die Akteure hinter der Kamera nicht auch vor die Kamera treten können, tun sie diesen Schritt. Marshall unvermeidlich in Latzhose und mit Kappe, eine Aktentasche in der Hand – Yeti allemal mit Fotoapparat um den Hals, um dem Geschehen die fotografische Dimension ersichtlich zu machen. Den Ort der Aufnahme wählen die Herren, auf den Auslöser zu drücken, ist die Aufgabe der Künstler prominenter Namen von B bis W. Eine geringfügige Auswahlmöglichkeit des Bildausschnitts wird ihnen zugestanden bei ihrer Auslöser-Drücker- Aufgabe. Von allen Beteiligten zur Zufriedenheit ausgeführt, liegen die Ergebnisse vor: Fotos, keinesfalls aufgeblasen wie von den Herren Gilbert & George, kein Größenwahn der Vergrößerung. Ihre Blicke in ernster Pose dem Betrachter zugerichtet, blinzelt schon mal ein Schelm aus einem Augenpaar: links Herr Marshall, rechts Herr Yeti – weil Ordnung muss sein selbst in der Selbstdarstellerei. Nahtlos ineinander verzahnt, ordnen sich Ironie und Witz ins Gefüge. Warum sollte Porträtfotografie nicht humorvolle Züge zum Tragen bringen, dagegen argumentiert sich kein Einwand, sind die Herren doch auf jener Seite, die Frohsinn aus der Kunst nicht ausklammert. Jeglichen Ernst überlassen sie anderen Damen und Herren.

Manfred Chobot ... www.chobot.at


danke!Erwin



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